PEFC und FSC sind die beiden wichtigsten Zertifizierungssysteme für nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland. Beide bestätigen, dass Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt und entlang der gesamten Lieferkette nachvollziehbar ist – unterscheiden sich aber in Trägerschaft, Strenge einzelner Kriterien und Verbreitung. PEFC ist mit rund 79 Prozent der deutschen Waldfläche das mit Abstand meistgenutzte System, FSC deckt etwa 11 Prozent ab. Für Verarbeiter wie elka-Holzwerke sind beide Zertifikate fester Bestandteil des Holzeinkaufs.
Was ein Zertifikat für nachhaltiges Holz überhaupt bedeutet
Ein PEFC- oder FSC-Siegel auf einem Holzprodukt bestätigt zwei Dinge: erstens, dass das verwendete Holz aus einem nach den jeweiligen Standards bewirtschafteten Wald stammt, und zweitens, dass die gesamte Lieferkette – vom Wald bis zum fertigen Produkt – lückenlos nachvollziehbar ist (Chain of Custody). Beide Systeme bewerten dabei ausschließlich die Herkunft des Holzes und die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette, nicht jedoch technische Eigenschaften wie Feuchtigkeit oder Brennwert.
In Deutschland sind PEFC und FSC die beiden mit Abstand wichtigsten Systeme. Insgesamt werden mehr als 80 Prozent der deutschen Gesamtwaldfläche über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus nach den Kriterien eines dieser unabhängigen Zertifikate bewirtschaftet – ein Teil der Flächen ist sogar nach beiden Systemen gleichzeitig zertifiziert.
PEFC: das meistverbreitete Zertifizierungssystem
Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) wurde 1998/1999 von europäischen Waldbesitzern, Vertretern der Holzwirtschaft und weiteren Institutionen gegründet und ist heute weltweit das am weitesten verbreitete Waldzertifizierungssystem. In Deutschland wird der überwiegende Teil der zertifizierten Waldfläche nach PEFC bewirtschaftet – Zahlen des Umweltbundesamts weisen für 2024 einen Anteil von rund 79 Prozent der Gesamtwaldfläche aus.
Ein zentrales PEFC-Kriterium: Es wird nicht mehr Holz geschlagen, als nachwächst. PEFC basiert auf nationalen Standards, die an die jeweiligen Gegebenheiten eines Landes angepasst und regelmäßig durch PEFC International überprüft werden. In der Praxis ist das PEFC-Siegel für viele Sortimente inzwischen faktisch Marktvoraussetzung: Holz ohne PEFC-Kennzeichnung lässt sich in bestimmten Bereichen kaum noch oder nur mit deutlichen Preisabschlägen vermarkten.
FSC: strengere Einzelkriterien, geringere Verbreitung
Der Forest Stewardship Council® (FSC) wurde bereits 1993/1994 von großen Umweltverbänden wie WWF, Greenpeace, NABU und BUND gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen und Gewerkschaften gegründet, um weltweit einheitliche, ökologisch besonders strenge Standards für nachhaltige Forstwirtschaft zu etablieren. In Deutschland deckt FSC mit rund 11 Prozent der Waldfläche (Stand 2024) einen deutlich kleineren Anteil ab als PEFC.
Bei einzelnen ökologischen Kriterien ist der FSC-Standard konkreter gefasst: So schreibt FSC vor, dass fünf Prozent der Waldfläche als unbewirtschaftete Referenzfläche ausgewiesen und langfristig zehn Habitatbäume pro Hektar geschützt werden. Auch beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist FSC restriktiver: Dieser ist in FSC-zertifizierten Wäldern nur nach behördlicher Anordnung erlaubt, während PEFC den Einsatz „auf das notwendige Maß“ beschränkt. Entsprechend sind Aufwand und Kosten einer FSC-Zertifizierung für Waldbesitzer in der Regel höher als bei PEFC.
PEFC und FSC im Vergleich
| Kriterium | PEFC | FSC |
|---|---|---|
| Gegründet | 1998/1999 | 1993/1994 |
| Initiiert von | Waldbesitzer, Holzindustrie | Umweltverbände, Wirtschaft, Gewerkschaften |
| Anteil deutsche Waldfläche (2024) | ca. 79 % | ca. 11 % |
| Grundprinzip | Nicht mehr Holz nutzen, als nachwächst | Weltweit einheitliche ökologische & soziale Standards |
| Referenzflächen | Nicht standardmäßig vorgeschrieben | 5 % der Fläche als Referenzfläche |
| Chemischer Pflanzenschutz | Beschränkt auf notwendiges Maß | Nur nach behördlicher Anordnung |
| Zertifizierungsaufwand | Geringer | Höher |
| Verbreitung | Weltweit meistgenutztes System | Global anerkannt, ökologisch strenger gefasst |
Wichtig zu wissen: PEFC und FSC schließen sich nicht gegenseitig aus. Viele größere Forstbetriebe – insbesondere im Staats- und Kommunalwald – sind nach beiden Systemen zertifiziert, um sowohl den breiten Marktanforderungen als auch besonders strengen ökologischen Nachweisen gerecht zu werden.
Häufige Fragen zu PEFC und FSC
Welches Siegel ist „besser“, PEFC oder FSC? Beide Systeme stellen hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und soziale Standards in der Forstwirtschaft. FSC gilt bei einzelnen ökologischen Einzelkriterien als konkreter und strenger gefasst, PEFC ist dafür weltweit deutlich weiter verbreitet und mit geringerem Zertifizierungsaufwand verbunden. Welches System passender ist, hängt von den jeweiligen Prioritäten ab.
Warum lassen sich manche Wälder nach beiden Systemen zertifizieren? Eine Doppelzertifizierung erlaubt es Forstbetrieben, sowohl breite Marktanforderungen (PEFC) als auch besonders strenge ökologische Nachweise (FSC) gleichzeitig zu erfüllen – das ist insbesondere im öffentlichen Wald verbreitet.
Sagt ein PEFC- oder FSC-Siegel auch etwas über die technischen Eigenschaften des Holzes aus? Nein. Beide Zertifizierungen bewerten ausschließlich die Herkunft des Holzes und die Nachvollziehbarkeit der Lieferkette – nicht Eigenschaften wie Feuchtigkeit, Festigkeit oder Brennwert.
Zusammenfassung
PEFC und FSC sind keine Konkurrenten im eigentlichen Sinne, sondern zwei komplementäre Wege, nachhaltige Forstwirtschaft transparent nachzuweisen: PEFC als das weltweit meistgenutzte, breit etablierte System, FSC mit besonders strengen ökologischen Einzelkriterien. Unternehmen wie elka-Holzwerke setzen bereits beim Holzeinkauf bevorzugt auf beide Zertifizierungen, um Kunden verlässlich nachweisen zu können, dass ihr Rohstoff aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.

