Ein klimaresilienter Wald entsteht vor allem durch zwei Wege: Naturverjüngung, bei der sich Bäume aus eigenem Samen selbst regenerieren, und gezielte Aufforstung mit standortgerechten, klimatoleranten Baumarten wie Weißtanne oder Douglasie. Beide Methoden werden idealerweise kombiniert, um strukturreiche Mischwälder zu schaffen, die Trockenheit, Stürmen und Schädlingen besser standhalten. Ein praktisches Beispiel liefert die jährliche Baumpflanzaktion der elka-Holzwerke im Hunsrück, bei der seit 2025 bereits über 20.000 Bäume gepflanzt wurden.
Warum der Wald der Zukunft klimaresilient sein muss
Klimawandel bedeutet für Wälder vor allem eines: mehr Extreme. Längere Trockenperioden, häufigere Stürme und eine beschleunigte Vermehrung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer setzen insbesondere Reinbestände einzelner Baumarten unter Druck. Ein klimaresilienter Wald – also ein Wald, der solchen Belastungen besser standhält – entsteht durch eine standortgerechte, möglichst vielfältige Baumartenmischung, die die Ökosystemleistungen des Waldes langfristig sichert: CO₂-Bindung, Schutz der Biodiversität, Erholungsfunktion und die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz.
Ein aktiver Waldumbau gilt deshalb heute vielerorts als unumgänglich. Bei der Wahl der Baumarten wird zunächst aus der breiten Palette heimischer, klimatoleranter Arten geschöpft, bevor punktuell auch nicht-heimische Alternativbaumarten in Betracht gezogen werden.
Naturverjüngung: der schonendste Weg zum neuen Wald
Bei der Naturverjüngung sät sich der Wald selbst aus: Samen vorhandener Bäume keimen im Bestand und wachsen unter dem Schutz des Altbestands heran. Dieser Weg hat gegenüber künstlicher Pflanzung deutliche Vorteile, da die jungen Bäume bereits an den lokalen Standort und das dortige Klima angepasst sind. Fachlich hat Naturverjüngung deshalb Vorrang, sofern dabei überwiegend standortheimische, klimaresiliente Baumarten auf natürlichem Weg aufkommen und anwachsen.
Entwickelt sich eine Naturverjüngung mit zu wenigen klimatoleranten Baumarten, kann sie gezielt mit passenden Arten angereichert werden – eine sogenannte Anreicherungskultur. Eine besonders schonende Methode ist die „Wildlingswerbung“: Dabei werden geeignete Jungpflanzen behutsam aus einer dichten Naturverjüngung entnommen und unmittelbar in der Nähe an einem passenden Standort wieder eingepflanzt. Da diese Wildlinge bereits an Boden und Klima der Region gewöhnt sind, ist ihre Anwuchschance besonders hoch.
Aufforstung mit standortgerechten Baumarten
Wo Naturverjüngung nicht ausreicht – etwa nach Kalamitätsflächen durch Sturm, Dürre oder Borkenkäferbefall – wird gezielt aufgeforstet. Entscheidend ist dabei die Wahl standortgerechter, klimatoleranter Baumarten und passender Herkünfte, da Bäume je nach Art 60 bis über 120 Jahre im Wald stehen und damit weit über heutige Marktentwicklungen hinaus Bestand haben müssen. Die Fichte etwa, als klassischer Flachwurzler besonders sturm- und trockenheitsanfällig, wird an vielen Standorten zunehmend durch tiefwurzelnde Arten wie die Weißtanne ergänzt oder ersetzt, die durch ihre Pfahlwurzel auch tieferliegende Wasserschichten erreichen kann.
Für stabile, klimaresiliente Mischwälder gilt grundsätzlich:
- Mischung statt Monokultur: Verschiedene Baumarten mit unterschiedlichen Wurzelsystemen und Trockenheitstoleranzen reduzieren das Ausfallrisiko.
- Standortgerechte Herkunft: Pflanzgut sollte möglichst aus Regionen mit ähnlichen Klimabedingungen stammen.
- Einbringung unter Schirm: Junge Bäume werden häufig unter dem Schutz älterer Laubholzbestände gepflanzt, was ihnen zusätzlichen Schutz vor extremer Witterung bietet.
- Verbissschutz: Zäune schützen junge Pflanzen vor Wildverbiss, bis sie stabil genug herangewachsen sind.
Praxisbeispiel: die elka-Baumpflanzaktion im Hunsrück
Wie klimaresilienter Waldumbau in der Praxis aussieht, zeigt die jährliche Baumpflanzaktion der elka-Holzwerke aus Morbach. Zum sechsten Mal in Folge engagierte sich das Unternehmen 2025 für die Wiederbewaldung der heimischen Wälder – mit einer Spende von 2.500 Weißtannen und 1.500 Douglasien für den Gemeindewald Sulzbach im Hunsrück. Damit stieg die Zahl der insgesamt regional gepflanzten Bäume auf über 20.000.
Die jungen Nadelbäume werden gezielt sowohl auf durch Kalamitäten entstandenen Bestandslücken als auch unter dem Schirm älterer Laubholzbestände eingebracht, um langfristig robuste Mischwälder zu schaffen. Ein Teil der Pflanzen stammt dabei bewusst aus Wildlingswerbung: Jungpflanzen aus reviereigener Naturverjüngung werden schonend entnommen und ortsnah wieder gesetzt, was Pflanzstress minimiert und die Anwuchschancen verbessert. Koordiniert wird die Aktion vom Forstamt Idarwald gemeinsam mit dem Team der elka-Holzwerke.
Häufige Fragen zu klimaresilientem Wald
Was ist der Unterschied zwischen Naturverjüngung und Aufforstung? Bei der Naturverjüngung sät sich der Wald aus eigenem Samen selbst aus, während bei der Aufforstung gezielt Setzlinge oder Wildlinge gepflanzt werden – häufig dort, wo Naturverjüngung allein nicht ausreicht, etwa auf größeren Kalamitätsflächen.
Warum wird die Fichte vielerorts durch Weißtanne oder Douglasie ersetzt? Die Fichte ist als Flachwurzler besonders anfällig für Sturmwurf und Trockenheit. Tiefwurzelnde Arten wie die Weißtanne erreichen mit ihrer Pfahlwurzel auch tieferliegende Wasserschichten und gelten dadurch als klimaresilienter.
Was ist Wildlingswerbung? Ein schonendes Verfahren, bei dem Jungpflanzen aus dichter Naturverjüngung entnommen und unmittelbar in der Nähe wieder eingepflanzt werden – da sie bereits an Boden und Klima des Standorts gewöhnt sind, ist ihre Anwuchschance besonders hoch.
Zusammenfassung
Ein klimaresilienter Wald entsteht selten durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel aus Naturverjüngung, gezielter Aufforstung mit standortgerechten Baumarten und einer bewussten Baumartenmischung. Wie sich dieses Prinzip praktisch umsetzen lässt, zeigt die jährliche Baumpflanzaktion der elka-Holzwerke im Hunsrück, die seit Jahren aktiv zum Aufbau robuster Mischwälder in der Region beiträgt.

