Büromodul in Holz-Stroh-Bauweise der Bühler sustainability GmbH

Gründer und Geschäftsführer Sebastian Bühler vor seinem Büroneubau aus Holz, Stroh und Lehm (Foto: Alex Kijak)

Holz, Stroh und Lehm für ein neues Arbeitsumfeld

Wie zukunftsfähiges Bauen im kleinen Maßstab aussehen kann, zeigt das neue Büromodul der Bühler sustainability GmbH in Egenhausen. Das eingeschossige Gebäude wurde als Holzständerkonstruktion mit Baustroh-Dämmung errichtet und verbindet kreislauffähige Baustoffe, hohe Eigenleistung und emissionsgeprüfte Materialien.

Von den Streifenfundamenten bis zum Holzbau

Bereits bei der Planung stand die Frage im Mittelpunkt, wie Material gespart und gleichzeitig eine hohe Flexibilität erreicht werden kann. Statt einer klassischen Betonbodenplatte fiel die Entscheidung auf Streifenfundamente mit einer darauf aufbauenden Holzbodenkonstruktion. Dadurch konnten Materialeinsatz und Flächenversiegelung reduziert werden. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit erhalten, das gesamte Modul später zu versetzen oder rückzubauen.

Fertiges Büro mit Baustoffen wie Holz, Lehm und Kork (Foto: Alex Kijak)

Die Bodenkonstruktion wurde aus TJI-Doppelstegträgern hergestellt und mit Stroh gedämmt. Den Abschluss bilden 22 mm starke esb-Holzbauplatten von elka, die für die notwendige Aussteifung sorgen. Mit einem U-Wert von 0,164 W/(m²K) erfüllt die Konstruktion hohe energetische Anforderungen.

Natürliche Baustoffe im Mittelpunkt

Für die Außenwände kamen Holzständerkonstruktionen aus regionalem Holz mit Baustroh als Dämmstoff zum Einsatz. Das nachwachsende Material überzeugt durch seine guten Dämmeigenschaften. Die Wandkonstruktion erreicht einen U-Wert von 0,151 W/(m²K).

ESB-Platten von Boden bis Dach

Die esb-Holzbauplatten von elka kommen im Büromodul nicht nur in Boden und Wänden zum Einsatz. Auch die Dachkonstruktion setzt auf den Holzwerkstoff: Als untere Beplankung der Dachbalken sorgen die Platten für Aussteifung und bilden den raumseitigen Abschluss der mit Baustroh gedämmten Konstruktion. Gleichzeitig übernehmen sie auf der Oberseite als robuste Dachschalung eine zentrale Funktion im Dachaufbau mit einem extensiven Gründach. Auf ihnen wird die EPDM-Dachabdichtung verklebt, die das Gebäude dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützt. So entsteht ein durchgängiges Konstruktionsprinzip aus Holz, Stroh und emissionsgeprüften Holzwerkstoffen.
Ergänzend wurde eine Fassadenwand mit dem modularen Holzbausystem TRIQBRIQ ausgeführt. Die aus Kalamitätsholz gefertigten Holzbausteine ermöglichen einen sortenreinen Rückbau und eine spätere Wiederverwendung der Bauteile.
Den äußeren Abschluss der Wände bildet jeweils eine Brett-Deckel-Schalung mit heimischer Douglasie aus dem Schwarzwald.

Außenansicht des Büro-Neubaus mit Douglasie-Verschalung aus dem Schwarzwald (Foto: Alex Kijak)

Innenausbau mit Holz und Lehm

Im Innenausbau kamen erneut natürliche Baumaterialien zum Einsatz. Die Aussteifung der Holzständerwände erfolgte mit esb-Plus Holzbauplatten von elka. esb Plus hat eine Formaldehyd-Emission von höchstens 0,03 ppm (Leistungserklärung DoP-PB-52), ist diffusionsoffen und trägt den Blauen Engel (DE-UZ 76). elka ist nach PEFC Chain of Custody zertifiziert; die Platten sind auf Wunsch als PEFC-zertifizierte Ware lieferbar.
Auf den esb-Platten wurden 22 mm starke Lehmbauplatten der Fa. ClayTec montiert und anschließend mit Lehmputz (ebenfalls von der Fa. ClayTec) versehen. Holz und Lehm können Feuchteschwankungen im Innenraum puffern; der Lehm bietet zudem eine hohe thermische Speichermasse. Das Ergebnis ist ein behaglicher Arbeitsraum mit natürlicher Atmosphäre.

Fazit: Kleines Gebäude aus nachwachsenden Baustoffen

Das Büromodul der Bühler sustainability GmbH zeigt, wie moderne Arbeitsräume mit nachwachsenden und kreislauffähigen Baustoffen realisiert werden können. Die Kombination aus Holz, Baustroh, Lehm und den esb-Holzbauplatten von elka vereint Energieeffizienz mit nachwachsenden Baustoffen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, welches Potenzial in Eigenleistung, regionalen Materialien und innovativen Holzbausystemen steckt. Dieses Potenzial möchte der Gründer und Geschäftsführer des Beratungs- und Planungsunternehmens, Sebastian Bühler, seinen Kunden in zukünftigen Projekten näherbringen und erschließen.

Über Bühler sustainability

Die Bühler sustainability GmbH ist ein 2025 gegründetes Beratungs- und Planungsunternehmen für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Gebäudezertifizierung. Das Unternehmen begleitet private, kommunale und gewerbliche Kunden bei der Planung von Gebäuden, Immobilien und Geschäftsprozessen und entwickelt dazu Transformationskonzepte.
Zu den Leistungen gehören unter anderem die Gebäudeplanung (inkl. innovativer Baustoffe), DGNB- und QNG-Zertifizierungen, Ökobilanzen (LCA), Lebenszykluskostenberechnungen (LCC), Energieberatung für Wohngebäude und Nichtwohngebäude sowie die Unterstützung bei Fördermitteln und Energieaudits. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Planung und Umsetzung von Energieversorgungssystemen mit Photovoltaik, Wärmepumpen, Geothermie, Biomasse, Ladeinfrastruktur und Energiemanagementsystemen für Gebäude, Quartiere, Unternehmen und Kommunen. Darüber hinaus übernimmt die Bühler sustainability GmbH die Planung und Bauleitung technischer Gebäudeausrüstung (Heizung, Lüftung, Sanitär und Kälte).

Weitere Informationen: www.buehler-sustainability.com

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