Nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland: Gesetz, Praxis, elka-Beispiel

Nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland: Gesetz, Praxis, elka-Beispiel

Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet, einem Wald nie mehr Holz zu entnehmen, als nachwächst – ein Prinzip, das bereits 1713 von Hans Carl von Carlowitz formuliert wurde und heute im Bundeswaldgesetz gesetzlich verankert ist. Waldbesitzer sind unter anderem verpflichtet, kahle Flächen wieder aufzuforsten. In der Praxis setzt die elka-Holzwerke GmbH dieses Prinzip um, indem sie ausschließlich Holz aus zertifizierter, kontrollierter Forstwirtschaft in einem Einkaufsradius von rund 150 Kilometern rund um Morbach im Hunsrück bezieht.

Der Ursprung des Nachhaltigkeitsprinzips

Der Begriff „Nachhaltigkeit“, heute in nahezu jedem Wirtschaftsbereich präsent, stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. 1713 – vor über 300 Jahren – prägte der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ den Begriff der „nachhaltenden Nutzung“: Es dürfe nicht mehr Holz geschlagen werden, als durch planmäßige Aufforstung, Säen und Pflanzen wieder nachwachsen kann. Dieses Prinzip ist bis heute oberstes Gebot der deutschen Forstwirtschaft und wird jeder Försterin und jedem Förster bereits in Ausbildung und Studium vermittelt: Der bewirtschaftete Wald soll im gleichen oder besseren Zustand an die nächste Generation übergeben werden.

Was das Bundeswaldgesetz vorschreibt

Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) von 1975 verankert dieses Prinzip rechtlich. Ziel der deutschen Waldpolitik ist es demnach, die vielfältigen Funktionen und Leistungen des Waldes – seine Nutzfunktion ebenso wie seine Bedeutung für Klima, Wasserhaushalt, Bodenfruchtbarkeit und Erholung der Bevölkerung – nachhaltig zu sichern. Auf Basis des Bundeswaldgesetzes haben die einzelnen Bundesländer eigene Landeswaldgesetze erlassen, die diese Vorgaben regional konkretisieren.

Konkret bedeutet das unter anderem:

  • Wald darf nur mit behördlicher Genehmigung gerodet und in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden.
  • Waldbesitzer sind gesetzlich verpflichtet, kahle Waldflächen wieder aufzuforsten.
  • Der Wald wird sowohl vor Rodung als auch vor unsachgerechter Behandlung geschützt.

Dieser gesetzliche Schutz zeigt Wirkung: Die Waldfläche in Deutschland – einem der am dichtesten besiedelten Länder Europas – ist in den vergangenen vierzig Jahren um rund eine Million Hektar auf heute 11,4 Millionen Hektar gewachsen.

Über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus lassen mehr als 80 Prozent der deutschen Gesamtwaldfläche sich zusätzlich nach unabhängigen Standards wie PEFC oder FSC zertifizieren, um Nachhaltigkeit transparent und nachprüfbar zu machen.

Nachhaltigkeit in der Praxis: das elka-Beispiel

Für die elka-Holzwerke GmbH aus Morbach im Hunsrück ist nachhaltige Forstwirtschaft mehr als eine gesetzliche Pflicht – sie ist Teil der Unternehmensphilosophie. Das Unternehmen verarbeitet ausschließlich Holz aus nachhaltiger, kontrollierter Forstwirtschaft und schließt dabei konsequent aus:

  • Holz aus illegalem Einschlag
  • Holz aus besonders schutzbedürftigen Waldgesellschaften
  • Holz, bei dessen Einschlag rechtliche Vorschriften missachtet wurden
  • Holz aus der Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen

Bereits beim Holzeinkauf setzt elka bevorzugt auf zertifizierte Wälder nach PEFC und FSC®. Aus ökologischen wie ökonomischen Gründen bezieht das Unternehmen sein Rundholz zudem überwiegend aus einem Umkreis von rund 150 Kilometern um den Produktionsstandort Morbach – das reduziert Transportwege und stärkt gleichzeitig langjährige, vertrauensvolle Beziehungen zu regionalen Lieferanten und Forstbetrieben.

Auch beim Umgang mit dem Rohstoff selbst denkt elka über den reinen Einkauf hinaus: Durch die Kaskadennutzung – also die stoffliche Nutzung von Sägenebenprodukten im eigenen Plattenwerk und die energetische Verwertung von Altholz – wird der Holzkreislauf möglichst lange geschlossen, bevor der Rohstoff endgültig verbraucht ist. Da Holzprodukte gebundenes CO₂ speichern, verlängert eine lange Nutzungsdauer diesen positiven Klimaeffekt zusätzlich.

Häufige Fragen zur nachhaltigen Forstwirtschaft

Wer hat das Prinzip der Nachhaltigkeit erfunden? Der Begriff geht auf Hans Carl von Carlowitz zurück, der 1713 in seinem forstwirtschaftlichen Standardwerk erstmals eine „nachhaltende“ Waldbewirtschaftung forderte, bei der nicht mehr Holz geerntet wird, als nachwächst.

Was passiert, wenn ein Waldbesitzer eine Fläche kahlschlägt und nicht wieder aufforstet? Laut Bundeswaldgesetz sind Waldbesitzer gesetzlich zur Wiederaufforstung kahler Flächen verpflichtet. Die zuständigen Landesbehörden überwachen die Einhaltung dieser Vorgaben.

Warum kauft elka Holz nur aus einem Umkreis von 150 Kilometern? Kurze Transportwege reduzieren den ökologischen Fußabdruck und die CO₂-Emissionen der Logistik, sichern gleichzeitig eine kontinuierliche Versorgung des Werks in Morbach und stärken die regionale Wertschöpfung.

Zusammenfassung

Nachhaltige Forstwirtschaft ist in Deutschland kein Trendbegriff, sondern ein über 300 Jahre altes, gesetzlich verankertes Grundprinzip: Es wird nicht mehr Holz entnommen, als nachwächst, und kahle Flächen müssen wieder aufgeforstet werden. Unternehmen wie elka-Holzwerke setzen dieses Prinzip praktisch um, indem sie konsequent auf zertifiziertes, regionales Holz setzen und den Rohstoff über Kaskadennutzung möglichst lange im Kreislauf halten.

Weiterführende Quellen

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