Von links: Karl-Robert Kuntz, Gerd Michael Lersch, Dagmar Hilden-Kuntz, Gordon Schnieder, Larissa Kuntz, Karina Wächter, Dr. Marlon Bröhr und Andreas Hackethal beim zweiten Round-Table-Gespräch in Morbach
Fehlende Forst- und Holzpolitik bedroht Wertschöpfung und Klimaziele
Die elka-Holzwerke stehen vor wichtigen, langfristigen Investitionsentscheidungen. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen die Landesregierung zur künftigen Forst- und Holzpolitik befragt – die Antworten blieben jedoch unzureichend.
Die CDU-Fraktion hat das Thema aufgegriffen und war mit Fraktionschef Gordon Schnieder (MdL), Dr. Marlon Bröhr (MdB), Karina Wächter (MdL) sowie Landrat Andreas Hackethal zu einem weiteren Round-Table-Gespräch in Morbach.
Die Botschaft der Gesprächsrunde war eindeutig: Rheinland-Pfalz nutzt sein Potenzial nicht. Obwohl das Land prozentual den höchsten Waldanteil in Deutschland besitzt, fehlt eine klare Strategie für Forst- und Holzpolitik. Das Umweltministerium setzt nahezu ausschließlich auf Naturverjüngung – eine gezielte Aufforstung, insbesondere mit Nadelholz für den modernen Holzbau, findet kaum statt.
Die Folgen sind gravierend:
• Der dringend benötigte Rohstoff wird zunehmend knapp.
• Rund die Hälfte des anfallenden Holzes wird energetisch verbrannt, anstatt stofflich – z. B. in der Spanplattenproduktion – genutzt zu werden.
• Damit steht die zweitstärkste Wertschöpfungssäule in Rheinland-Pfalz, das Cluster Forst, Holz und Papier mit rund 7 Mrd. Euro Umsatz, vor einer ungewissen Zukunft. Ohne strategische Koordination drohen Investitionsstopps, Werksschließungen und der Verlust tausender Arbeitsplätze.
Dabei ist klar: „Holz rettet Klima“ ist keine Floskel. Rund 40 Prozent der CO₂-Emissionen in Europa entstehen durch Bau und Baumaterialien. Der moderne Holzbau bietet hier Lösungen, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugen. Doch ohne aktive Forst- und Holzpolitik verliert Rheinland-Pfalz den Anschluss – bei der Wertschöpfung ebenso wie beim Klimaschutz. Holzpolitik ist Klimapolitik.
Fazit: Rheinland-Pfalz verschenkt wertvolles Potenzial. Die elka-Holzwerke fordern eine ministeriumsübergreifende Industriepolitik – wie sie beispielsweise in Bayern oder BadenWürttemberg praktiziert wird – sowie eine klare Aufforstungsstrategie, um die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern.


